Was ist ein Podcast?

Podcasts sind ganz allgemein Audiodateien mit Wort- und Musikinhalt in beliebiger Länge. Sie werden kostenlos oder gegen Centbeträge im Internet angeboten. Der Name setzt sich aus den Wörtern "iPod™" und "Broadcast" zusammen. iPods™ sind die mp3-Speicherplatz-Wunder des Computerherstellers Apple. Podcasts werden in der Regel auf diese portablen mp3-Player geladen und unterwegs angehört.

Bislang handelt es sich bei Podcasts oft um private Sendungen, in denen sich der Podcaster einem bestimmten Thema widmet. Zunehmend werden aber auch professionell produzierte Podcasts angeboten. Radio- und Fernsehsender stellen ihr bestehendes Audio- und Videomaterial ins Internet, Zeitungen fassen ihre Artikel zusammen und Unternehmen informieren über Produkte.

Wegen der schnellen Entwicklung des neuen Mediums ist das Wort “Podcast” bereits im August 2005 ins “Oxford Dictionary of English” aufgenommen worden. Das “New Oxford American Dictionary” hat es zum Wort des Jahres 2005 gewählt. “Podcast” setzte sich hierbei gegen Konkurenten wie „bird flu“ (Vogelgrippe) und “Sudoku” durch.


Warum Podcasting?

Erst seit wenigen Monaten machen sich einige Unternehmen Podcasts zu Nutze. Sie lassen Audiobeiträge produzieren, die zum Beispiel über neue Produkte oder Unternehmensneuigkeiten informieren. So wird Kundenservice mit unterhaltsamer Werbung verbunden und ein positives, modernes Image der Firma transportiert.

Gleichzeitig bietet das Podcast-Angebot eine Art "eigene Marktforschung", da in den Download-Statistiken abgelesen werden kann, welche Podcast, zu welchen Inhalten, zu welcher Zeit, von wem heruntergeladen wurden.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Podcast-Nutzer laden sich die Beiträge gezielt auf ihre mp3-Player, um sie interessiert anzuhören - bei Radio- und Zeitungswerbung wird im Gegensatz dazu schnell weggehört, leisergemacht, drübergeschaut oder umgeblättert.



Wer nutzt Podcasts?

In Deutschland gibt es zurzeit über eine halbe Million Podcast-Nutzer. In den nächsten drei Jahren soll sich die Zahl versechsfachen. Im Schnitt ist die Zielgruppe 29 Jahre alt, kaufkräftig, über die Hälfte hat einen Hochschulabschluss und 90% sind männlich. Sie gehören der iPod™-Generation an, empfinden das reine Musikhören jedoch als zu wenig.

Das große Speichervolumen der mp3-Player ermöglicht es ihnen jedoch, zusätzlich Hörspiele oder Wortbeiträge aufzuspielen. Diese werden sowohl zu Unterhaltungszwecken, als auch zur Informationsbeschaffung genutzt. Das DURCHlesen von Texten, Nachrichten oder Newslettern entfällt somit, da sich der Podcast-Hörer die Informationen in jeder Alltagssituation VORlesen oder nacherzählen lässt.

72 Prozent aller Podcast-Nutzer bekommen ihre Shows per iTunes™, bei dem momentan rund 27.000 deutsche Podcasts gelistet sind. Die populärsten Podcasts verzeichnen über 100 Tausend Downloads pro Tag.



Wo findet man Podcasts?

Zurzeit stehen auf verschiedenen Internetportalen über 27.000 deutsche Podcasts zum Download bereit. Sie werden entweder direkt auf den Rechner oder mit einer Software auf den iPod™ geladen. Am Weitesten verbreitet ist das Programm iTunes™. Der Nutzer lädt über iTunes™ den Podcast manuell herunter.

Es gibt außerdem die Möglichkeit die Beiträge über sogenannte RSS-Feeds zu beziehen. RSS ist die Abkürzung für “Really Simple Syndication”, was auf Deutsch „wirklich einfache Verbreitung“ bedeutet. Es handelt sich dabei um eine Technologie, die es dem Nutzer ermöglicht, Inhalte einer Webseite oder Podcasts zu abonnieren. Die Seite wird dann automatisch auf Updates überprüft und Neuerungen werden regelmäßig heruntergeladen.

Somit stellt sich ein Podcast-Hörer zusätzlich zu seiner persönlichen Musikliste ein individuelles Wortprogramm zusammen, welches ihn nur mit den Informationen versorgt, die ihn auch wirklich interessieren.